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  • Stahlvorfächer fertigen!

    Stahlvorfächer fertigen!

    Volle Qualitätskontrolle!

    Selbst gequetscht ist halb gewonnen!

    Besuchst du On- und Offline Shops wirst du mit fertigen Stahlvorfächern geradezu bombardiert. Fast jeder Angelgerätehersteller hat sie im Programm und für jede Situation gibt es das richtige Stahlvorfach. Doch was, wenn du die einzelnen Komponenten selbst zusammenstellen möchtest, um die höchstmögliche Sicherheit beim Fischen zu erreichen? Dann lies weiter!

    Das Material!

    Damit fertigst du schnell Stahlvorfächer in Meisterqualität.

    Deine eigenen Stahlvorfächer zu bauen erfordert nicht viele Produkte. Von links nach rechts: das gewünschte Vorfachmaterial, in diesem Fall ein nicht ummanteltest 7×7, eine Schere, welche dieses Material schneiden kann, ohne es aufzufasern. Alternativ zur Schere kannst du einen Seitenschneider nutzen. Klemmhülsen, deren Innendurchmesser zum Vorfachmaterial passt. Snaps und optional Tönnchenwirbel, um den Köder zu befestigen und um das Vorfach mit der Hauptschnur zu verbinden, und eine Klemmhülsenzange. Zu deinem Material solltest du allerdings genaue Vorstellungen haben, welcher Bereich der Angelei damit abgedeckt sein soll.

    Das Vorfachmaterial!

    Universal gibt es nicht. Wähle weise.

    Um das richtige Vorfachmaterial zu finden, musst du wissen, was du mit diesem Material vorhast. Welche Angeltechnik soll damit abgedeckt werden? Welche Köder möchtest du nutzen? Der Handel bietet unterschiedliche Materialien an, aus denen du das Richtige wählen musst.

    1×7: Hierbei handelt es sich um ein Stahlgeflecht, das aus 7 Fäden oder besser gesagt Drähten besteht. Dieses Material ist vergleichsweise steif und wird gerne für Techniken benutzt, bei denen es wichtig ist, dass der Köder sich nicht im Stahlvorfach verhängt. Beim Angeln mit großen Wobblern mit 2 oder mehr Drillingen ist es angeraten ein Material zu wählen, welches den Wobbler sicher auf Distanz zur Schnur hält, um den Drillingen eines Wobblers keine Chance zu geben, das Vorfach oder die Schnur einzufangen. Verglichen mit dem Durchmesser ist die Tragkraft recht gering.

    1×19: Ein Kandidat auf den Titel des Allzweckstahlvorfachs. Es kann alles aber nichts davon richtig. Dieses Material ist weniger steif als ein 1×7 Material und eignet sich zum Wobbler- wie auch zum Gummifischangeln gleichermaßen. Der Stahl wird aus 19 Drähten geflochten und ist dementsprechend weicher als ein 1×7 Stahl aber steifer als ein 7×7 Stahl. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Vorfachmaterials ist gerade für Allround-Angler interessant.

    7×7: Hier werden 7 Drähte ineinander geflochten, die nochmals mit 6 weiteren Strängen mit jeweils 7 Drähten verflochten werden. Daraus ergeben sich 49 Drähte, die zusammen bärenstarke Tragkräfte aufweisen. Hier kann der einzelne Draht auch sehr dünn produziert werden, was wiederum dafür sorgt, dass das Vorfachmaterial sehr weich und je nach Hersteller sogar knotbar ist. Klemmhülsen können hier auf Wunsch komplett außer Acht gelassen werden, wenn das Material dies zulässt. Das weiche Material sorgt für eine sehr natürliche Absinkphase, verhält sich im Wurf aber fast wie die geflochtene Hauptschnur, sodass sich Köder überschlagen und das Vorfach einfangen können. Je nach bevorzugter Angeltechnik ist hier der produktionsbedingt hohe Preis aber eine gute Investition, um die Präsentation des Köders echt aussehen zu lassen.

    Vorfachmaterial für Stahlvorfächer gibt es aus Stahl und Edelstahl. Edelstahl ist naturgemäß teurer als gewöhnlicher Stahl. Die höheren Tragkräfte von Edelstahl gleichen den finanziellen Unterschied jedoch wieder aus. Lass dich beim Kauf jedoch nicht von schön klingenden Namen wie Carbon Wire oder Ähnlichem dazu verleiten, mehr Geld auszugeben. Carbon ist gewöhnlicher Kohlenstoff und Stahl besteht aus Eisen und Kohlenstoff. In jedem Stahl steckt also Carbon.

    Jetzt wird gequetscht!

    Essentiell beim traditionellen Stahlvorfach: Die Klemmhülsenzange.

    Wenn du die richtigen Komponenten ausgewählt hast, kannst du auch schon loslegen. Eine Klemmhülsenzange ist hierbei Voraussetzung. Diese gibt es sowohl im Angelbedarf als auch im Baumarkt deiner Wahl unter der Bezeichnung Crimp Zange.

    Es kommt auf die Größe an.

    Achte bei der Wahl deiner Klemmhülsen auf den richtigen Innendurchmesser. Dieser wird durch das Vorfachmaterial bestimmt und wie oft du das Vorfach durchführen möchtest. Möchtest du beispielsweise ein Vorfachmaterial mit einer Stärke von 0,45 mm dreimal durch die Hülse führen, brauchst du Klemmhülsen mit einem Innendurchmesser von mindestens 1,35 mm. Die nächste Größe wäre hier also 1,5 mm oder 1,6 mm. Möchtest du es zweimal durchführen, brauchst du eine Klemmhülse mit 0,9 mm Innendurchmesser oder die nächste Größe mit 1 mm.

    Zweimal messen, einmal schneiden.

    Je nach Fischart, die du befischen möchtest, ist es sinnvoll, das Stahlvorfach unterschiedlich lang zu wählen. Geht es auf Hecht, brauchst du ein längeres Stahlvorfach als wenn du Barsche befischen möchtest. In den meisten Gewässern ist mit Hechten zu rechnen, weswegen ein Stahlvorfach immer eine gute Wahl ist. Zur gewünschten Länge rechnest du einfach ein paar cm dazu, da das Vorfachmaterial erst noch durch die Klemmhülsen gefädelt werden muss.

    Wirbel lassen dich flexibler reagieren.

    Führe nun das Vorfachmaterial durch die Klemmhülse und durch eine Öse des Tönnchenwirbels. Der Wirbel ist optional, da das Vorfach auch nur mit einer Schlaufe nutzbar ist. Möchtest du jedoch vom Gummifisch auf einen Spinner oder Ähnliches wechseln, musst du ohne Wirbel das Vorfach tauschen, um Drall in der Schnur zu vermeiden.

    Zum zweiten Mal durch.

    Führe nun das Ende des Vorfachs wieder zurück in die Klemmhülse. Jetzt könntest du schon die Klemmhülsenzange ansetzen, wenn der Durchmesser der Klemmhülse dies zulässt.

    Und zum dritten Mal.

    Sicherer ist es jedoch das Vorfachmaterial ein weiteres Mal durch die Klemmhülse zu führen. Dies erhöht ein wenig die Haltbarkeit im Drill, ist jedoch ein bisschen fummelig. Ist das geschafft, ziehst du die beiden entstandenen Schlaufen so weit zu, dass die untere Schlaufe so weit wie möglich in der Klemmhülse verschwindet und die obere Schlaufe dem Wirbel noch genügend Spielraum gibt.

    Rohe Kraft ist nicht gefragt.

    Nun legst du die Klemmhülse in die dafür vorgesehene Nut deiner Klemmhülsenzange und kontrollierst nochmal beide Schlaufen und den Wirbel. Drücke nun die Klemmhülsenzange zu. Hierbei musst du mit Gefühl an die Sache gehen. Übst du zu viel Druck auf deine Klemmhülse aus, kann das Stahlvorfach schlimmstenfalls in der Herstellung schon beschädigt werden. Ein verlorener Hecht wäre die Folge und das gilt es zu vermeiden!

    Fast am Ziel.

    Viele Klemmhülsenzangen haben ein Profil an der Feder der Zange, um das Ergebnis noch sicherer zu machen. Wenn du gut gequetscht hast, überprüfst du mit einem Zugtest die Festigkeit des Stahlvorfachs.

    Und alles von vorne.

    Wiederhole nun auf der anderen Seite sämtliche Schritte. Welche Befestigung du für deinen Köder wählst, ist dir überlassen. In diesem Beispiel wird ein Snap verwendet. Auch Karabinerwirbel bieten sich an. Dann kannst du auf den Wirbel an der anderen Seite verzichten und nur eine Schlaufe quetschen.

    Fertig ist das Stahlvorfach.

    Zum Schluss kannst du, wenn du möchtest, noch ein Stück Schrumpfschlauch über die Klemmhülse schieben und mit einem Feuerzeug erwärmen. Damit sind die Schlaufen geschützt, falls sie ein wenig zu groß sind, und können sich unter Wasser nicht festsetzen. Bist du mit der finalen Länge deines Stahlvorfachs zufrieden und ist eine gewisse Zugfestigkeit gegeben, kannst du nun weitermachen, um deine Zubehörbox mit deinen eigenen Stahlvorfächern zu füllen!